Das Wichtigste im Überblick
- Smartphones und Kameras sind auf dem RIB willkommen. Verstauen Sie kleinere Geräte sicher in einer Tasche oder wasserdichten Hülle. Größere Ausrüstung findet in einem Trockensack nahe Ihrem Sitzplatz Platz.
- Während der Fahrt ist Gischt allgegenwärtig. Ein wasserdichtes Gehäuse oder ein Trockensack schützt Ihre Ausrüstung zwischen den Aufnahmen. Wischen Sie Objektive häufig mit einem Mikrofasertuch ab.
- Fjordwände blockieren das Sonnenlicht und erzeugen Schatten. Nutzen Sie ISO 400 - 1600, eine Verschlusszeit von 1/500s oder schneller, um Bewegungen einzufrieren, sowie eine Blende von f/4 - f/5.6 für Tiefenschärfe.
- Sie können aufstehen, während das Boot langsamer wird oder anhält. Bleiben Sie bei hoher Geschwindigkeit aus Sicherheitsgründen sitzen. Stützen Sie sich für Stabilität am Rumpf ab.
- Unbemannte Fluggeräte sind auf dieser Tour nicht erlaubt. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf Aufnahmen mit Handkamera und fest installierter Kamera vom Boot aus.
Kameras und Smartphones: Das können Sie an Bord mitnehmen
Ein RIB, das mit hoher Geschwindigkeit über offenes Wasser fährt, schafft Bedingungen, die sich deutlich von der Fotografie an Land unterscheiden. Gischt gelangt ständig an Deck, der Wind zerrt an loser Ausrüstung, und plötzliche Bewegungen des Rumpfs können Sie aus dem Gleichgewicht bringen. Überlegen Sie vor dem Einsteigen in Keiser Wilhelms gate, welche Kameraausrüstung unter diesen Bedingungen sinnvoll ist. Die meisten Fotografen nehmen eine spiegellose Kamera oder DSLR mit mindestens einem Objektiv, ein Smartphone für Ersatzaufnahmen und einen kleinen Trockensack mit. Bestätigen Sie während der Sicherheitseinweisung mit Ihrem Skipper, dass Ihre konkrete Ausrüstung an Bord erlaubt ist. Manche Anbieter schränken Drohnenflüge von Booten aus aufgrund von Sicherheitsvorschriften für fahrende Schiffe und die Nähe zu Passagieren ein. Fragen Sie daher direkt nach, wenn Sie eine Drohne mitbringen möchten.
Nehmen Sie nur Ausrüstung mit, deren Verlust oder Beschädigung Sie in Kauf nehmen können. Selbst die besten Vorsichtsmaßnahmen garantieren keinen Schutz, wenn Salzwassergischt zum Erlebnis dazugehört. Eine kompakte Ausrüstung wiegt weniger, verringert die Ermüdung während der 1 Stunden 45 Minuten Fahrt und gibt Ihnen mehr Stabilität beim Bildausschnitt. Lassen Sie unnötige Objektive und Zubehör an Land. Ihr Guide kennt den Hjørundfjord genau und positioniert das Boot optimal für die Beobachtung und Fotografie von Wildtieren und Landschaftsmerkmalen. Vertrauen Sie daher auf seine Positionierung, statt Aufnahmen im Voraus zu planen.
Ausrüstung vor Gischt und Salznebel schützen
Salzwassergischt lässt Metall korrodieren, beschlägt Objektive und hinterlässt mineralische Rückstände auf Sensoren und Smartphone-Displays. Nehmen Sie ein Mikrofasertuch für Objektive und eine kleine Plastik-Quetschflasche mit Süßwasser mit, um Ihr Smartphone oder Kameragehäuse zwischen den Aufnahmen abzuspülen. Trocknen Sie Objektive sofort ab, nachdem sie mit Gischt in Kontakt gekommen sind, statt Salzkristalle entstehen und aushärten zu lassen. Sollte Ihre Kamera oder Ihr Smartphone doch durchnässt werden, spülen Sie es nach Ende der Tour so bald wie möglich vorsichtig mit Süßwasser ab. Bewahren Sie Ihre Ausrüstung in einem wasserdichten Trockensack auf, wenn Sie nicht aktiv fotografieren. Verschließen Sie den Sack zwischen den Fotoeinheiten, damit die Ausrüstung nicht dauerhaft dem Nebel ausgesetzt ist.
Die im Rahmen der Tour bereitgestellten Schwimmanzüge schützen Hände und Handgelenke teilweise, sind jedoch für Sicherheit und nicht für die Abdichtung von Kameraausrüstung konzipiert. Ziehen Sie wasserdichte Kameragehäuse in Betracht, wenn Sie ein mit Ihrem Kameramodell kompatibles Unterwassergehäuse besitzen. Auch wenn Sie die Kamera nicht untertauchen möchten, schützen diese Gehäuse Objektive und Kameragehäuse wirksam vor Gischt und lassen sich für Aufnahmen schnell öffnen. Bewahren Sie Ihr Smartphone in einer wasserdichten Hülle mit transparenter Vorderseite auf, damit Sie fotografieren und navigieren können, ohne es ständig herausnehmen zu müssen. Platzieren Sie Ausrüstung auf Ihrem Schoß oder sicher an Ihrem Gurt befestigt statt auf dem Bootsdeck, wo die Gischt am stärksten ist.
Verschlusszeit und ISO für schnelle Boote und wenig Licht
Ein RIB, das mit Reisegeschwindigkeit über den Fjord fährt, erzeugt Bewegungen, die Ihre Bilder auf zwei Arten beeinflussen: Die Bewegung des Boots kann weit entfernte Motive verwischen, und der enge Fjordwinkel bedeutet, dass bedecktes Licht und Schatten hoher Felswände die verfügbare Helligkeit verringern. Beginnen Sie mit einer Verschlusszeit von mindestens 1/500th of a second, um Bewegungen des Rumpfs einzufrieren. Wenn Sie entfernte Klippen oder Wildtiere fotografieren, wählen Sie 1/1000th oder schneller. Für nahe Motive wie spritzendes Wasser oder Gesten des Guides reichen normalerweise 1/500th aus. Das Licht im Fjord reflektiert auf dem Wasser und wird zwischen Felswänden hin und her geworfen, wodurch komplexe Situationen für die Belichtungsmessung entstehen. Nutzen Sie die Spotmessung Ihrer Kamera und richten Sie sie auf den Mittelton, den Sie erhalten möchten, typischerweise auf die Felswand oder das Gesicht des Guides statt auf den Himmel oder helles Wasser.
Die Wahl des ISO-Werts hängt von der Sensorleistung Ihrer Kamera und den Lichtverhältnissen am Tag Ihrer Tour ab. Bei hellem Nachmittagssonnenlicht, das vom Fjord reflektiert wird, können Sie ISO bei 200 to 400 halten. Bei Morgenlicht oder den für norwegische Fjorde typischen bedeckten Bedingungen sollten Sie mit ISO 800 to 1600 fotografieren. Moderne spiegellose Kameras und DSLRs bewältigen diese ISO-Werte gut. Zögern Sie also nicht, die Empfindlichkeit zu erhöhen, um eine kurze Verschlusszeit zu sichern. Gischt und Nebel auf dem Objektiv machen Bilder stärker weich als hohes ISO-Rauschen. Priorisieren Sie daher das Einfrieren von Bewegungen und eine klare Sicht auf entfernte Adler oder Felsformationen. Nehmen Sie Ersatzakkus mit, da kalte Salzwasserluft sie schneller entlädt als die Fotografie an Land, und Sie keine Momente verpassen möchten, weil sich Ihre Kamera abgeschaltet hat.
Morgenlicht und Nachmittagspositionierung im Fjord
Der Hjørundfjord verläuft ungefähr von Norden nach Süden und wird von steilen Wänden gesäumt, die während Teilen des Tages direktes Sonnenlicht abschirmen. Am Morgen fällt das Licht aus Osten und Süden ein und beleuchtet auf Ihrer Fahrt landeinwärts die rechte Seite des Fjords. Dieser Zeitpunkt eignet sich besonders für Aufnahmen der östlichen Felswand, von Wasserfällen und von Wildtieren an diesem Ufer. Die Wasseroberfläche fängt das warme frühe Licht ein und reflektiert es auf Felsformationen, wodurch plastisches Licht entsteht, das Textur und Farbe hervorhebt. Wenn Ihre Tour früh von Keiser Wilhelms gate startet, positionieren Sie sich auf der Steuerbordseite oder rechten Seite des RIB, um die am besten beleuchtete Landschaft aufzunehmen.
Am Nachmittag verändert sich das Licht. Wenn die Sonne steigt und nach Westen wandert, erhält die linke Seite des Fjords stärkeres Licht, während die rechte zunehmend im Schatten liegt. Nachmittagstouren begünstigen für die wichtigsten Landschaftsaufnahmen eine Position auf Steuerbord oder auf der linken Seite. Der tiefere Stand der späten Sonne erzeugt zudem längere Schatten über den Felswänden und betont Texturen und geologische Merkmale. Nachmittagslicht schafft jedoch auch stärkere Kontraste zwischen sonnigen und schattigen Bereichen, was die Belichtungsmessung Ihrer Kamera herausfordert. Nutzen Sie die Belichtungskorrektur und kontrollieren Sie Ihre Bilder häufig auf dem LCD-Bildschirm. Passen Sie die Einstellungen an, während das Boot fährt und sich die Lichtverhältnisse ändern. Der Guide kündigt an, wenn Sie sich bekannten Adlerhorsten oder besonders fotogenen Abschnitten nähern. Seien Sie daher bereit, für den besten Blickwinkel bei Bedarf über das Deck zu wechseln.





























Taschen verstauen und lose Gegenstände sichern
Jeder lose Gegenstand auf einem fahrenden RIB wird zur Gefahr. Verstauen Sie Ihre Kameratasche vor der Abfahrt im geschlossenen Kabinenbereich oder, falls vorhanden, in einem gesicherten Stauraum. Fragen Sie Ihren Guide, wo Taschen auf diesem Boot untergebracht werden sollen. Lassen Sie niemals eine Tasche oder Jacke lose auf dem Deck oder den Sitzen liegen. Der Wind kann Gegenstände über Bord wehen, und plötzliche Kurven oder Beschleunigungen können ungesicherte Gegenstände gegen Passagiere schleudern. Tragen Sie Ihre aktive Kamera an ihrem Gurt um den Hals oder über der Schulter und achten Sie darauf, beide Hände und Ihr Körpergewicht im Gleichgewicht zu halten. Tragen Sie den Schwimmanzug über Kleidung und Jacke, damit Ihnen warm bleibt, ohne dass Sie in Ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind.
Wenn Sie ein zweites Kameragehäuse oder ein Teleobjektiv mitführen, bewahren Sie es in einem gepolsterten Fach in der Kabine statt an Deck auf. Wenn Sie Objektive oder Kameras wechseln möchten, tun Sie dies sitzend und gut abgestützt. Die Bewegung des Boots erschwert Handgriffe. Üben Sie Objektivwechsel daher vorher und gehen Sie bewusst vor, statt sich zu beeilen. Ihr Smartphone oder eine kleine Kamera kann für schnellen Zugriff an einem Karabiner an Ihrem Schwimmanzug befestigt werden, achten Sie jedoch auf eine Sicherung, damit es nicht in den Fjord fallen kann. Bewahren Sie Gegenstände, mit denen Sie gerade nicht fotografieren, in Ihrem Trockensack auf. So bleibt Ihr Arbeitsbereich frei, Ihr Körper stabil und Ihre Ausrüstung vor Gischt und Verlust geschützt.
Für einen besseren Bildausschnitt auf dem Deck stehen und sich bewegen
Ein fahrendes RIB erfordert umsichtiges Auftreten. Stehen Sie nur auf, wenn der Seegang es zulässt, und stützen Sie sich stets gegen Roll- und Nickbewegungen des Boots ab. Halten Sie die Knie leicht gebeugt, um Bewegungen abzufangen, und halten Sie sich an einem Geländer oder am Bootsrahmen fest, wenn Sie nicht fotografieren. Stehen Sie niemals, wenn beide Hände mit der Kamera beschäftigt sind. Ihr Guide und Skipper sagen Ihnen, wann Sie für Fotos sicher stehen können und welche Bootsseite Sie nutzen sollen. Befolgen Sie diese Anweisungen genau. Eine plötzliche Welle, Kurve oder Beschleunigung kann einen Fotografen im Ungleichgewicht über Bord werfen. Deshalb sind Rettungswesten und Schwimmanzüge unverzichtbare Ausrüstung und deshalb gibt es Regeln für das Stehen.
Wenn der Guide signalisiert, dass eine bestimmte Szene in Sicht kommt, seien Sie bereit, sich schnell zur optimalen Seite und Position zu bewegen. Möglicherweise haben Sie nur wenige Sekunden, während das Boot an einem Wasserfall, Adlerhorst oder einer eindrucksvollen Felsformation vorbeifährt. Stellen Sie sich mit schulterbreit auseinanderstehenden Füßen hin, halten Sie die Kamera auf Augenhöhe und die Ellbogen für mehr Stabilität nah am Körper. Halten Sie Ihren Schwerpunkt tief und mittig. Wenn Sie sich unsicher fühlen, setzen Sie sich hin und fotografieren Sie im Sitzen. Das Sitzen ermöglicht sogar einen sehr stabilen Bildausschnitt, da Ihr ganzer Körper gesichert ist. Professionelle Tier- und Abenteuerfotografen fotografieren auf fahrenden Booten oft im Sitzen, weil dies bei hoher Geschwindigkeit sowohl sicherer als auch stabiler ist als Stehen.
Adler und Wildtiere von einem fahrenden Rumpf aus verfolgen
Seeadler und andere Vögel, die im Hjørundfjord nisten, erscheinen oft unvermittelt und verschwinden schnell wieder. Ihr Guide macht Sie auf Sichtungen aufmerksam, doch Sie müssen rasch reagieren. Nutzen Sie an Ihrer Kamera den kontinuierlichen Autofokus statt des Einzelbildfokus. Der kontinuierliche Autofokus verfolgt ein Motiv während seiner Bewegung, was für Vögel im Flug und Tiere auf entfernten Klippen unerlässlich ist. Stellen Sie Ihre Kamera auf Serienbildmodus ein, damit Sie mehrere Bilder pro Sekunde aufnehmen. Das erhöht die Chance auf ein scharfes, gut komponiertes Bild, denn während sich das Boot bewegt und das Motiv durch die Landschaft fliegt oder läuft, ist es nahezu unmöglich, den einen perfekten Moment zu treffen.
Richten Sie Ihre Kamera auf den Bereich, den der Guide anzeigt, und beginnen Sie mit den Aufnahmen, bevor Sie den Vogel vollständig im Bildausschnitt haben. Dieser Pufferansatz hält den Moment fest, den Sie beim Fokussieren sonst verpassen könnten. Folgen Sie dem Motiv gleichmäßig mit der Kamera, statt ruckartig oder hektisch mitzuschwenken. Nutzen Sie ein Teleobjektiv, wenn Sie eines haben. Bedenken Sie jedoch, dass längere Brennweiten Bewegungen verstärken, weshalb eine kürzere Verschlusszeit noch wichtiger wird. Ein Teleobjektiv mit 200mm to 400mm ist ideal für entfernte Adler und Wildtiere, aber ein Standardobjektiv mit 50mm to 85mm kann hervorragende Aufnahmen von näheren oder über Ihnen vorbeifliegenden Vögeln ermöglichen. Zoomen Sie nicht während des Filmens oder Fotografierens. Stellen Sie die Brennweite vor dem entscheidenden Moment ein und halten Sie sie stabil. Kontrollieren Sie nach jeder Sichtung Ihre Bilder und passen Sie Belichtungs- und Fokuseinstellungen anhand dessen an, was Sie auf dem LCD-Bildschirm sehen.